Trotz einer grundsätzlich guten Gebäudesubstanz müssten die Mitgliedsgemeinden des Eiselfinger Mittelschulverbandes für eine Sanierung des Schulhauses tief in die Tasche greifen. Eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass neben einer Generalsanierung auch die Möglichkeit eines Neubaus wirtschaftlich geprüft werden muss.

Im Rahmen der durch ein Fachbüro erstellten Studie wurden – mit Ausnahme des in den 1990er Jahren errichteten Gebäudetrakts über der Schulaula – alle Bauten untersucht. Der älteste ist mittlerweile seit mehr als fünf Jahrzehnten in Betrieb. Trotz regelmäßig durchgeführter Instandhaltungsmaßnahmen beläuft sich die erste grobe Kostenschätzung für eine umfassende Sanierung hin zu einem zeitgemäßen, modernen Standard auf zweistellige Millionenbeträge.

Das Modell der Generalsanierung der Grund- und Mittelschule schlüge demnach mit rund 13 Millionen Euro zu Buche, für die Alternative eines Neubaus muss derzeit mit etwa 16 Millionen Euro kalkuliert werden. „Aufgrund dieses vergleichsweise geringen Unterschieds sind jetzt alle Szenarien zu prüfen und im nächsten Schritt zeitnah mit der Regierung von Oberbayern Art und Umfang staatlicher Zuschüsse abzuklären“, betont Verbandsvorsitzender Georg Reinthaler. Ein erster Termin hierzu hat bereits im November in München stattgefunden.

Auch wenn das Schulhaus von außen optisch intakt erscheint, verstecken sich die hohen Kosten letztlich im Detail: So sind beispielsweise weite Teile der veralteten Elektrotechnik und Sanitärbereiche zu erneuern, der Dachstuhl und das Dach allgemein weisen Mängel auf, zusätzliche Brandschutzanpassungen sind langfristig erforderlich und weitere zentrale Themen wie Barrierefreiheit oder digitale Medien im Unterricht müssen ebenfalls mit berücksichtigt und umgesetzt werden.

Im Rahmen der jüngsten Schulverbandsversammlung ist das Bekenntnis zum Schulstandort erneut bekräftigt worden: „In Eiselfing soll es neben der Grundschule auch in Zukunft weiterhin eine Mittelschule für die Kinder aus dem Verbandsgebiet geben. Wir betrachten dies als Verpflichtung für ein unverzichtbares Element der kommunalen Daseinsvorsorge“, erklärt Reinthaler.

Modalitäten wie ein konkreter Zeitplan für Generalsanierung oder Neubau und zur Kostenaufteilung – die große Mehrzahl der Mittelschüler stammt aus den Gemeinden Eiselfing, Amerang und Schonstett – sollen unmittelbar nach der Abklärung des Förderungsumfangs durch die Regierung in den jeweiligen gemeindlichen Ratsgremien sowie gemeinsam auf Schulverbandsebene beraten werden.

Foto: Auch der älteste Gebäudetrakt des Eiselfinger Schulhauses aus den 1960er Jahren wirkt von außen zunächst absolut intakt – enorme Kosten für eine umfassende Sanierung verstecken sich jedoch im Inneren.